Was „Ausländer“ am Wahltag machen können

Ein Artikel von Emirhan, Dominik, Lena und Mirella

Am Tag der Bürgerschaftswahl, dem Tag der politischen Beteiligung und Mitwirkung des Volkes,sollte das ganze Volk beteiligt sein, ist es aber nicht. Zu diesem nicht zur Beteiligung berechtigten, dennoch politisch engagiertem Volk, gehören wir.

Für uns stellt das allerdings kein Hindernis dar, denn wir sind auf andere Art und Weise politisch aktiv geworden. Wie genau wir den Wahltag genutzt haben, könnt ihr in diesem Artikel lesen.

Zunächst sollten wir vorwegnehmen, dass es jedem Bürger, ungeachtet seiner Staatsbürgerschaft, erlaubt ist, ein Wahllokal (auch Briefwahllokale) zu betreten und die Funktion der Öffentlichkeit einzunehmen.

Dieses in einem demokratischen System gewährleistete Privileg haben wir uns selbstverständlich zu Nutze gemacht. Wir besuchten also diverse Wahllokale, allerdings ausgerüstet mit einer Kamera und einem Mikrofon. Mithilfe unserer Ausrüstung interviewten wir dann die Wähler unseres Wahlkreises und stellten ihnen allgemeine Fragen zu ihrer Meinung über bestimmte Themen. Dazu gehörten einerseits oberflächlichere Fragen, wie „Haben Sie sich über das Parteiprogramm informiert. Wenn ja, wie?“ oder „Sind Sie zum ersten Mal wählen gegangen?“, aber auch durchaus persönlichere Fragen, wie „Welche Parteien haben Sie gewählt?“ oder „Was halten Sie von extremen Parteien?“.

Auffallend war zunächst, dass unerwarteterweise eher ältere Wähler dem Interview zusagten und meist alle Fragen offen und ausführlich beantworteten, wohingegen jüngere Wähler häufig das Interview vollständig ablehnten oder die Fragen nur teilweise beantworteten. Ebenso hervorstechend war die niedrige Wahlbeteiligung und das hohe Alter der Wähler. An dem durchschnittlichen Alter von 53 und der niedrigen Anzahl von 16 Befragten sind diese Umstände dann deutlich zu erkennen.

Die am stärksten vertretene Partei unter den Befragten war klar die in der bereits letzten Legislaturperiode regierende „SPD“. Die konkurrierende „CDU“ konnte hingegen keinen der Befragten überzeugen. Sonstige Parteien waren „DIE LINKE“, „Bündnis 90/Die Grünen“ und die „Piraten“.

Informiert haben sich die Wähler hauptsächlich über das Internet, Printmedien und Wahlplakate.

Auch der „Wahl-O-Mat“ hat bezüglich der Entscheidung für eine bestimmte Partei eine Rolle gespielt. Die Frage „Wie wichtig ist Ihnen das Wählen“ haben Viele mit „Wichtig, da es eine Pflicht des Bürgers ist, die Demokratie zu bewahren.“ beantwortet.

Zusammenfassend lässt sich also feststellen, dass wir trotz unserer nicht vorhandenen deutschen Staatsbürgerschaft den Wahltag mitverfolgen und die Funktionen der Öffentlichkeit ausüben konnten. Außerdem war es uns so möglich bereits eine kleine Statistik (bezüglich bestimmter Fragen) über die Wählerschaft zu erstellen und uns so ein Bild von den Wählern unseres Wahlkreises zu machen.

2 Gedanken zu „Was „Ausländer“ am Wahltag machen können

  1. Eine sehr schöne Alternative zu unserer Tätigkeit.
    Gehört,meiner Meinung nach, genauso dazu wie Stimmen aus zu zählen.
    -von Tim

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  2. Ich kann Tim nur zustimmen. Ich finde gut, dass ihr euch auch mit der Politik in Hamburg auseinandersetzt, obwohl Ihr nicht wählen dürft. Vorbildlich!
    Jonas

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