Wir stellen uns vor

Hervorgehoben

Wir stellen uns vor…

Ein Artikel von Janine

Die Null-Bock Generation, die Chiller, die Jugendlichen, die nur im Internet leben und nicht mehr mit der Realität klarkommen – das sind weit verbreitete Vorurteile unserer Gesellschaft gegenüber Jugendlichen. Es fehle an sozialem Engagement und das egoistische Verhalten der Jugend beeinträchtige das Zusammenleben.
Wir sind das Medienprofil vom Gymnasium Lerchenfeld. Wir wollen zeigen, wie groß das Interesse der Jugend am politischen Geschehen, am öffentlichen Leben ist.

Deswegen haben wir uns für den Februar 2015 ein Projekt vorgenommen – wir wollen die Hamburger Bürgerschaftswahl davor, danach und während des Wahltages begleiten. Sonntag den 15.02.2015 werden wir zwei Wahlvorstände stellen – Leiter dieser Vorstände sind unsere projektbegleitenden Lehrer Herr Spahn und Frau Schüll.
Davor sammeln wir allerhand Informationen zur Wahl – und stellen diese hier auf unserem Blog online. Wir werden Kritik üben, unser ‚Erstes Mal’ Wählen dokumentieren und über den Wahlkampf informieren.
Wir haben uns überlegt, dass wir Modernes und Politisches miteinander verbinden wollen. Wir wollen beweisen, dass die Jugend sich interessiert und für Dinge einsetzt.

Jeden Tag wird ein Artikel über ein spezifisches Thema online gestellt. Außerdem unterstützen wir unser Projekt visuell – es gibt ein Fototeam am Wahltag, um zu zeigen wie lebendig, witzig und modern Politik sein kann. Außerdem werden wir anonyme und freiwillige Umfragen an unserer Schule durchführen.
Wir wollen damit das tatsächliche politische Interesse der Jugend aufdecken – und Vorurteile somit entweder entkräftigen oder bestätigen.

Wir freuen uns, wenn sie oder ihr uns in dieser Zeit begleitet. Jeden Tag, vom 06. Februar bis zum 20. Februar bringen wir etwas neues auf unseren gemeinsamen Blog – denn Politik ist nicht egal oder uncool, sie stellt die Schranken für unser freies Leben und regelt unseren Alltag.

Das Fazit zu unserem Projekt

Ein Beitrag von Pauline
Unser Projekt neigt sich nun langsam dem Ende zu, aus diesem Grunde ist es Zeit nochmal all unsere Meinungen und Erfahrungen zusammenzufassen.
Ich bin der Meinung, dass wir durch den Blog viel gelernt haben, denn durch das Verfassen der Artikel konnten wir an unserem Ausdruck arbeiten und erfahren wie es überhaupt ist einen Blog zu schreiben. Außerdem hat uns natürlich die positive Resonanz zu unserem Blog sehr erfreut und dadurch hat jeder noch viel mehr Spaß und Lust bekommen weiter an unserem Blog zu arbeiten.

Für uns alle war es eine ganz neue Erfahrung hautnah bei einer Wahl dabei zu sein und sie so richtig mitzuerleben. Ich hätte gedacht das hinter einer Wahl viel weniger Arbeit steckt, doch es waren teilweise für uns zwei sehr anstrengende Wahltage, an denen wir jedoch auch viel gelernt haben.
Unter anderem habe ich noch viel mehr über die Wahlen und alle Parteien gelernt und denke, dass bei uns allen das Interesse durch die Vielfalt an Informationen gestiegen ist und jeder sich eine noch differenziertere politische Meinung zur Wahl und den einzelnen Parteien bilden konnte.

Allgemein ist zu sagen, dass uns allen das Projekt großen Spaß bereitet hat und wir beispielsweise eine Bürgerschaftswahl jetzt aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten können.

Wieso hast du so gewählt, Hamburg?

Das Wahlergebnis 2015 – Umfragen und Zahlen

Ein Artikel von Sarah SB 

Wieder einmal wird Hamburg von der SPD unter dem erneut gewählten Bürgermeister Olaf Scholz regiert. Auch wenn es einen Verlust von -2,7% im Vergleich zur letzten Bürgerschaftswahl 2011 gibt, liegt die SPD mit einem großen Abstand vorn. Trotz des klaren Sieges, reicht es nicht zur absoluten Mehrheit, da die AfD es mit 6,1 % in das Landesparlament geschafft hat und deshalb im Parlament nun sechs Parteien sitzen. Die AfD haben nicht nur den Einzug in die Bürgerschaft erreicht, sondern sind damit auch zum ersten Mal in einem westdeutschen Parlament. Man sagt sogar, dass der Protestpartei gelungen sei, 8000 Menschen, die 2011 nicht ihre Stimme gaben, wieder ,,an die Urnen gebracht“ habe (SPIEGEL ONLNE). Mehr als 90 % der Wähler sagen, dass die AfD keine Probleme löse, dennoch die Dinge zumindestens ansprechen.

Zurück zur SPD: Laut SPIEGEL ONLINE sagen 64 % der befragten SPD Wähler, dass Olaf Scholz das wichtigste Argument sei die SPD zu wählen, denn díe Mehrheit hälte ihn für glaubwürdig und sympatisch. ,,36 % der SPD Anhänger geben sogar an, dass sie ihre Kreuze vor allem wegen Olaf Scholz bei den Sozialdemokraten gemacht haben.“                      Das Olaf Scholz sehr beliebt in Hamburg ist, habe ich auch selbst beim Auszählen der Briefwahlstimmen gemerkt.

Die Erleichterung bei der FPD ist ebenfalls sehr groß, denn die FDP, mit seiner Spitzenkandidatin Katja Suding, hat es mit 7,4 %, Gewinn von +0,7 %, geschafft. Die FPD selbst ist ,,stolz“ auf ihre Partei und das Ergebnis. Die FDP ist dieses Mal mit einem klaren Profil in die Wahl angetreten: Sie sind eine moderne, marktliberale und weltoffene Partei, wie sie selbst von sich sagen. Nach den Umfragen von ,,Infratest dimap“ sagen 50 %, dass für ihre Wahlentscheidung die Lösungsvorschläge zu Sachfragen der FDP wichtig, womöglich sogar entscheidend war. Mit 37 % war einer der wichigsten Themen ,,die Wirschaft“, dicht gefolgt ,,die Bildung“ mit 32 %.

Erfolgreich war die Wahl auch für die Linke mit 8,5 % und einem Gewinn von +2,5 %, denn so ein gutes Ergebnis hatten sie in einem westdeutschen Bundesland kaum.                 Ein wesentlicher Grund für den Erfolg ist, dass sie vor allem den Schwerpunkt auf das Thema ,,Soziale Gerechtigkeit“ gelegt haben, welche die SPD in letzter Zeit etwas vernachlässigt haben sollte.

Und wie sieht es mit den Grünen aus? Diese sind mit 12,3 % durchgekommen. Einen großen Gewinn haben sie zwar mit + 1,1 % nicht erzielt, jedoch finden 41 % der Hamburger, dass die Rot- Grün Koaltion am besten wäre. Auch Olaf Scholz kündigte Gespräche mit den Grünen an. Dazu sagen die Grünen: ,,Wir sind eine Programmpartei; wir werden hart verhandeln und sind dann zuverlässige Partner“ (Jens Kerstan).

Für fast alle Parteien ist diese Wahl positiv ausgegangen – Betonung auf fast alle.

Was ist bloß mit der CDU passiert? In Hamburg hat die CDU eine historische Niederlage erlitten: 15,9 %, ein Verlust von –6 %! Es ist das schlechteste Ergebnis der CDU in Hamburg seit 1993. Sogar die Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, dass dies ,,ein bitteres Ergebnis“ sei.                                                                                                                     Wieso ist das so? Hier ein paar Ansichten der Hamburger über die CDU:

  • 77% meinen, dass man im Moment nicht wüsste, wofür sie genau stehe.        
  • 62 % sagen, dass sie die Interessen der Arbeitnehmer vernachlässige.
  • Und 55 % sagen sogar, dass Dietrich Wersich, Spitzenkandidat der CDU, nicht das Format habe, Erster Bürgermeister zu sein.

Wie wird es nur mit der CDU in Hamburg weitergehen?                                                              ___________________________________________________________

Ich wünsche wirklich sehr, dass Hamburg unter der jetztigen Regierung sich positiv weiterentwickelt und bin wirklich sehr gespannt wie das Wahlergebnis in 5 Jahren aussehen wird!

Quellen:  http://wahl.tagesschau.de/wahlen/2015-02-15-LT-DE-HH/index.shtml                                   http://www.spiegel.de/thema/buergerschaftswahl_in_hamburg_2015/

,,Wie fallen die Reaktionen auf das Ergebnis aus? Wie reagieren die Parteien und wie reagiert die Presse auf die Bürgerschaftswahl?“ – Lesen Sie dazu den Artikel von Jonas >>Reaktionen auf das Wahlergebnis. 

Reaktionen auf das Wahlergebnis

Ein Artikel von Jonas

Wie die Wahl zur Hamburger Bürgerschaft in etwa ausgefallen ist, ist inzwischen bekannt und das Ergebnis konnte darüberhinaus auch vor der Wahl schon ziemlich gut voraus gesagt werden.
Doch wie fallen die Reaktionen auf das Ergebnis aus? Wie reagieren die Parteien und wie reagiert die Presse auf die Bürgerschaftswahl?

Selbstverständlich widmet sich die größte Aufmerksamkeit der Presse dem Wahlerfolg von Olaf Scholz und seiner SPD. Er wird nun sogar in der Öffentlichkeit mehr und mehr als möglicher, kommender Kanzlerkandidat der SPD gehandelt, worüber insbesondere die überregionalen Pressehäuser berichten. Aber vor allem wird auch der große Erfolg der SPD an sich bewundert und bei der Partei natürlich sehr stark gefeiert. Die SPD ist mit dem Ergebnis also voll zufrieden.

Ebenso kann man sagen, dass für FDP und insbesondere für die AfD die Wahl in Hamburg erfolgreich verlief. Die FDP schaffte es nach den Wahlniederlagen der letzten Jahre bei Bundes- und Landtagswahlen mal wieder in ein Parlament und es wird auf einen Neuanfang gehofft.

Die AfD zog bei ihrer ersten Teilnahme an der Hamburger Bürgerschaftswahl direkt in die Bürgerschaft ein und dementsprechend gut ist auch die Stimmung dort nach der Wahl gewesen. Denn das Ziel, es ins Hamburger Parlament zu schaffen wurde erfüllt. Generell werden in Hamburg aber dennoch viele Stimmen laut, die AfD sei hier, in einer Großstadt wie Hamburg, fehl am Platz und teilweise wird klar gesagt: „Die AfD passt nicht zum weltoffenen Hamburg“ (FAZ). Fest steht aber, dass die AfD ihr Ziel erreicht hat, auch wenn sie in der Hansestadt einen vergleichbar schweren Stand hat.

Um die Anzahl der mit dem Wahlergebnis zufriedenen Parteien zu vervollständigen müssen natürlich auch noch Die Grünen und Die Linke genannt werden. Beide Parteien haben im Vergleich zur Wahl vor vier Jahren ein deutliches Plus zu verbuchen. Die Grünen sind nach SPD und CDU drittstärkste Partei und werden nun allseits als möglicher Koalitionspartner der SPD gehandelt. Eine rot-grüne Koalition ist auch am ehesten vorstellbar, auch wenn die beiden Parteien sich natürlich noch in vielen Punkten uneinig sind (Hamburger Abendblatt ).

Nur bei so vielen Gewinnern muss es doch auch Verlierer geben und der ist bei der diesjährigen Wahl klar: Die CDU. Nach dem Wahlergebnis von weniger als 16% ist allseits von einem „Wahl-Desaster“ (Hamburger Morgenpost) die Rede und hier gibt es auch meistens keine zweite Meinung. Für die CDU war es eine herbe Niederlage und dementsprechend voraussehbar war auch schon der Rücktritt von Spitzenkandidat Wersich, über den seit Tagen schon spekuliert wurde. Unter anderem das Hamburger Abendblatt sah diese Konsequenz schon kommen.

Der NDR fasste den Ausgang der Bürgerschaftswahl in Hamburg mit folgendem Titel zusammen und brachte das Ergebnis damit auf den Punkt: „Fünf Parteien jubeln – CDU am Boden zerstört“ (NDR). Damit ist das Wahlergebnis kurz und knapp zusammengefasst und so sieht auch die allgemeine Reaktion auf den Ausgang der Bürgerschaftswahl in Hamburg aus.

Was hat meine Omi mit Olaf Scholz zu tun?

Ein Artikel von Nina

Seit ich ein kleines Kind war, wusste ich immer ganz genau, wann die Wahlen in Hamburg stattfinden, weil meine Oma und mein Opa dann immer von der SPD sprachen und wie gut diese Partei Hamburg regiert. Vor allem schwärmte meine Oma immer in höchsten Tönen für einen Kandidaten: “ihrem“ Olaf Scholz.

Nun nahm ich die Wahl in Hamburg zum Anlass, meine Oma einmal zu fragen, warum das so ist sie erzählte mir folgendes:                                                                                                            In den neunziger Jahren hat meine Oma einige Jahre im Altonaer Haushalt von Olaf Scholz und seiner damaligen Lebensgefährtin und jetzigen Ehefrau Britta Ernst, als Reinmachefrau gearbeitet. Olaf Scholz war zu dieser Zeit SPD- Bundestagsabgeordneter im Altonaer Rathaus.

Sie hat nur gute Erinnerungen an diese Zeit und kann sich auch an viele interessante Gespräche erinnern. Zudem ist sie der festen Überzeugung auch ihre Gesprächsbeiträge zum Thema ,,versicherungspflichtige Beschäftigung im Privathaushalt/Minijobs“ dazu geführt haben, dass dieses Gesetz tatsächlich umgesetzt wurde und zwar nicht nur in Hamburg, sondern bundesweit.                                                                                                           Außerdem war meine Oma schwer beeindruckt von der großen Auswahl an guter Lektüre im Scholzschen Haushalt.

Jetzt weiß ich also endlich, warum meine Omi so ein großer Fan von unserem erneut gewählten Bürgermeister Olaf  Scholz ist und warum sie immer die SPD wählt.

Mehr zu Olaf Scholz? –> www.olafscholz.hamburg 

Konzentration bitte…

Ein Beitrag von Sarah SB

Psscht… Bei so viel Papierkram darf man bloß nicht den Überblick verlieren..                 Hier, ein paar Einblicke in unsere zwei Tage in den Wahllokalen 98 & 99 @Terminal Tango.

Welche Eindrücke wir von diesen zwei Tagen (15.02.15 – 16.02.15) gewonnen und was wir überhaupt genau gemacht haben, können Sie gerne in dem Artikel von Neele nachlesen  >> Hamburgs jüngstes Wahllokal.

Unsere Wahllokale 98 & 99 @ Terminal Tango.

Unsere Wahllokale 98 & 99 @ Terminal Tango.

Paperwork 1

Konzentriert am Aussortieren und Auszählen… #Wahllokal98

Paperwork 2

– Ran an die Arbeit! –

Hamburgs jüngstes Wahllokal

Ein Artikel von Neele

Am Sonntag, den 15.02.15 ging es los. Um 15:00 Uhr haben wir uns beim Terminal Tango im Flughafen getroffen und wussten alle noch nicht so ganz was genau uns erwartet.

Das Terminal Tango ist ein ehemaliges Flughafenterminal und bietet genug Platz zum Stimmzettel zählen. In der großen Halle waren ungefähr 100 große Tische für ungefähr 100 Wahlvorstände vorbereitet, wir waren zwei davon.
Als wir unsere Plätze gefunden haben, den Tisch Nummer 98 und Nummer 99, ging die Arbeit los. Die beiden Urnen mit den jeweils ca. 500 roten Wahlbriefumschlägen standen bereit und uns wurde alles bereitgestellt was wir brauchen, zum Beispiel Brieföffner, Gummifingerhüte als Umblätterhilfe, Taschenrechner und Pflaster.

Vor 18:00 Uhr durften wir keinen Wahlbrief öffnen, sondern mussten uns um die Vorbereitung kümmern. Das bedeutet, dass wir alle Wahlbriefumschläge zählen, und alle die aus einem anderen Wahlbezirk kommen, aussortieren mussten.

Anschließend haben wir die Wahlbriefumschläge geöffnet und geprüft ob jeweils ein gültiger Wahlschein und ein blauer Stimmzettelumschlag enthalten sind.
Damit das Wahlgeheimnis nicht gefährdet ist, werden die unterschriebenen Wahlscheine und die anonymen blauen Stimmzettelumschläge in getrennten Kartons gesammelt.

Die Zeit bis 18:00 ist mit den Vorbereitungsaufgaben schnell vergangen und wir konnten anfangen, in 2-er Teams die Stimmen zu zählen.
In den blauen Stimmzettelumschlägen sollten immer ein gelber Stimmzettel für die Landeslisten der Parteien und ein roter Stimmzettel für die Wahlkreiskandidaten enthalten sein.

Am Sonntag haben wir nur die gelben Stimmzettel ausgezählt, um die vorläufige Fraktionsstärke der Bürgerschaft zu ermitteln.
Am Montag haben wir dann sowohl (ein zweites Mal) die gelben, als auch die roten Stimmzettel detailliert ausgezählt.

Alle Ergebnisse wurden dann mit dem Taschenrechner kontrolliert und in der Briefwahlniederschrift festgehalten. Am Ende wurden alle ausgezählten Stimmzettel in Kartons verpackt und wieder in die Urne gelegt.
Die Briefwahlniederschriften wurden zusammen mit einigen anderen Dingen in einen Umschlag mit der Aufschrift „Bürgerschaftswahlergebnisse“ gelegt. Der Umschlag wurde dann versiegelt und abgegeben.

Ein paar Kreuze zählen und das Ergebnis aufschreiben – das klingt einfach aber es war wirklich eine anstrengende Aufgabe die sehr viel Konzentration erfordert und einige Stunden gedauert hat.
Obwohl die beiden Tage für uns in dem Wahllokal ziemlich lang und anstrengend waren, hat es trotzdem Spaß gemacht und es war sehr interessant so eine wichtige Aufgabe zu übernehmen und mitzuerleben wie so eine Wahl bzw. das Auswerten der Wahl funktioniert.

Die Wahlbeteiligung – Ein Appell an die Politische Partizipation und Integration

Am 15.02. wurde gewählt. Rekordtief der Wahlbeteiligung in Hamburg. Nur 56,6% gaben ihre Stimmen ab. Nun fragt man sich: Ist die neue Regierung überhaupt legitimiert, wenn fast jeder 2. seine Stimme nicht abgab? 

Ein Artikel von Janine

Am Sonntag gaben nur 56,6% der Hamburger Wähler ihre Stimme ab. Damit wurde die niedrige Wahlbeteiligung von 2011 mit 57,3% sogar noch unterboten. Es ist erschreckend, dass fast jeder 2. Wahlberechtigte seinem Recht und seiner Pflicht, zur Politik etwas beizutragen, nicht nachkommt. Ob das nun einfaches Desinteresse oder wirklicher Protest an die Politik ist, sei hierbei erstmal irrrelevant.

Was bedeutet diese niedrige Wahlbeteiligung aber für unser System, unsere Demokratie, die Zukunft unserer Stadt? Mit 45,7% ‚gewann‘ die SPD die Wahl. Schönes Ergebnis, aber in Anbetracht der Tatsache, dass diese 45,7% leider nur 1/4 der Hamburger Wahlberechtigten repräsentieren, hat die SPD nicht gewonnen. Keine einzige Partei hat gewonnen – Das Desinteresse und die Unzufriedenheit der Hamburger spiegeln sich in der Wahlbeteiligung wieder.

Politik scheint unwichtig geworden zu sein. Es interessiert keinen mehr, wer hinter den Parteien steckt, was sie wollen. Ob SPD oder CDU, die wollen sowieso beide das Gleiche, streiten nur um zu streiten. Die Linken, die machen nur Kindergarten, viel Reden ohne Wirkung, wieso sollte ich Kinder wählen? Und AfD, sind das nicht diese Rechten?
Eigentlich ist es doch sowieso alles egal, die ARD hat das Ergebnis schon Tage vor der Wahl verkündigt. Da wird meine Stimme ja nichts ändern.

Ein weiteres Problem: WIE kompliziert können Stimmzettel überhaupt sein?! Man stelle sich einen Wähler vor, der nicht wirklich politisch ist, aber schon seiner Pflicht nachkommen möchte. Mit einmal kurz wählen ist da nix, bevor man da durchsteigt, ist die nächste Stunde auch schon wieder vorbei. 5 Stimmen hat man – oder doch 10 oder darf ich auch weniger? Wer steigt bei diesen vielen Kreuzmöglichkeiten, der Anzahl der Stimmen überhaupt noch durch?

Einige Zeitungen haben dann ‚ganz‘ neutral verbreitet, dass vor allem im Wahlkreis Billstedt, Wilhelmsburg und Finkenwerder die Anzahl der ungültigen Stimmzettel extrem erschreckend war. Aber was nehmen wir daraus für unsere Stadt mit?

Ein Wahlstimmzettel, die jeder versteht. Ein Wahlkampf, der ansprechend ist, der provokant ist. Politiker mit Charisma, die etwas ausstrahlen und auch den Funken Hoffnung für Veränderung mitbringen. DAS brauchen wir. Das zieht Wähler an. Es ist abstoßend und nicht förderlich für das Zusammenleben in Hamburg, die ungültigen Stimmzettel nach Wahlkreisen zu ordnen. Wir sollten lieber anfangen uns zu bemühen, dass es gar keine ungültigen Stimmzettel mehr gibt.

Wir sollten uns bemühen, dass Demokratie in Hamburg funktioniert. Dass die freie Hansestadt Hamburg frei bleibt. Und das schaffen wir nur mit allen Wählern!

Quellen: http://www.dw.de/hamburg-wahlergebnis-ohne-trend/a-18261155
http://wahl.tagesschau.de/wahlen/2015-02-15-LT-DE-HH/umfrage- aktuellethemen.shtml
http://www.abendblatt.de/hamburg/article137537545/Soziale-Spaltung-bei-der-Wahlbeteiligung.html

Jugend und Politik

Ein Artikel von Jil

Das Bild von Jugendlichen im Bezug auf Wahlen und Politik im Allgemeinen ist stark geprägt durch einige Jugendliche, die keinerlei politisches Interesse zeigen. Viele Erwachsene sind daher der Meinung sie hätten kein Interesse daran zu wählen beziehungsweise sich genug Informationen zu beschaffen, um sich eine durchdachte Meinung zu bilden. Doch sind dies ernsthafte Anschuldigungen oder lediglich Vorurteile?

Um die Jugendlichen dazu zu bringen, sich über Parteien zu informieren und ein politisches Interesse aufzubauen, gibt es viele Jugendprojekte, eines der Bekanntesten nennt sich „U-18“. Hierbei haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, neun Tage vor der „echten Wahl“ ihre Stimme abzugeben. Anschließend werden diese Stimmen ausgewertet und veröffentlicht, natürlich ohne das offizielle Wahlergebnis zu beeinflussen.

Die Veranstaltung wird unter Anderem vom Deutschen Kinderhilfswerk und verschiedenen Jugendverbänden organisiert und findet bei Bezirks-, Kommunal-, Landtags-, Bundestags- und Europawahlen statt.

Das Ziel besteht darin, Kindern und Jugendlichen die Unterschiede in Partei- und Wahlprogrammen vor Augen zu führen, sie dazu animieren, die Versprechen der PolitikerInnen zu hinterfragen und sich allgemein mit Politik auseinanderzusetzen.

Doch nehmen überhaupt viele Kinder und Jugendliche das Angebot an? Ja – 2013 haben bundesweit 198.365 Kinder und Jugendliche die Chance wahrgenommen und an der U18-Wahl teilgenommen.

Aber wie können sich die Jugendlichen überhaupt hinsichtlich der Meinung der Parteien informieren?

Eine viel genutzte Möglichkeit besteht in dem sogenannten „Wahl-O-Mat“. Dies ist eine Internetseite, auf der man politische Fragen mit seiner eigenen Meinung beantwortet und sie anschließend mit den der verschiedenen Parteien vergleichen kann. Da gerade Jugendliche gern das Internet nutzen, bietet der „Wahl-O-Mat“ eine gute Möglichkeit, um sich über die grundsätzlichen Ansichten der Parteien zu informieren. Allerdings stellt das Ergebnis keine Wahlempfehlung dar, sondern lediglich eine Informationsquelle.

Als Alternative bieten sich die Internetseiten der einzelnen Parteien an. Der Vorteil daran ist, dass die Informationen direkt von den Parteien stammen und nicht durch Dritte verfälscht werden können, jedoch hat man keinen direkten Vergleich zu anderen Parteien, da alle unterschiedlich stark auf einzelne Aspekte eingehen.

Wer sich nicht nur über das Internet informieren möchte hat außerdem die Möglichkeit, bei Veranstaltungen der Parteien und Bürgersprechstunden Informationen zu sammeln. Der Vorteil daran ist, dass man die Politiker in der Realität sieht und sich eine eigene Meinung über die Glaubhaftigkeit und Authentizität bilden kann. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass man eigene Fragen stellen kann und somit auf seine individuellen Interessen eingegangen wird.

Mit den zahlreichen und viel genutzten Angeboten der Parteien und verschiedenen Verbänden wird es Jugendlichen ermöglicht, sich diese Informationen zu beschaffen – dass alle Jugendlichen kein politisches Interesse haben, ist also lediglich ein Vorurteil, das durch vereinzelte Jugendliche ohne politisches Interesse entstanden ist.

Weitere Informationen zu dem Jugendprojekt finden sie hier: http://www.u18.org/das-projekt-u18/

Was „Ausländer“ am Wahltag machen können

Ein Artikel von Emirhan, Dominik, Lena und Mirella

Am Tag der Bürgerschaftswahl, dem Tag der politischen Beteiligung und Mitwirkung des Volkes,sollte das ganze Volk beteiligt sein, ist es aber nicht. Zu diesem nicht zur Beteiligung berechtigten, dennoch politisch engagiertem Volk, gehören wir.

Für uns stellt das allerdings kein Hindernis dar, denn wir sind auf andere Art und Weise politisch aktiv geworden. Wie genau wir den Wahltag genutzt haben, könnt ihr in diesem Artikel lesen.

Zunächst sollten wir vorwegnehmen, dass es jedem Bürger, ungeachtet seiner Staatsbürgerschaft, erlaubt ist, ein Wahllokal (auch Briefwahllokale) zu betreten und die Funktion der Öffentlichkeit einzunehmen.

Dieses in einem demokratischen System gewährleistete Privileg haben wir uns selbstverständlich zu Nutze gemacht. Wir besuchten also diverse Wahllokale, allerdings ausgerüstet mit einer Kamera und einem Mikrofon. Mithilfe unserer Ausrüstung interviewten wir dann die Wähler unseres Wahlkreises und stellten ihnen allgemeine Fragen zu ihrer Meinung über bestimmte Themen. Dazu gehörten einerseits oberflächlichere Fragen, wie „Haben Sie sich über das Parteiprogramm informiert. Wenn ja, wie?“ oder „Sind Sie zum ersten Mal wählen gegangen?“, aber auch durchaus persönlichere Fragen, wie „Welche Parteien haben Sie gewählt?“ oder „Was halten Sie von extremen Parteien?“.

Auffallend war zunächst, dass unerwarteterweise eher ältere Wähler dem Interview zusagten und meist alle Fragen offen und ausführlich beantworteten, wohingegen jüngere Wähler häufig das Interview vollständig ablehnten oder die Fragen nur teilweise beantworteten. Ebenso hervorstechend war die niedrige Wahlbeteiligung und das hohe Alter der Wähler. An dem durchschnittlichen Alter von 53 und der niedrigen Anzahl von 16 Befragten sind diese Umstände dann deutlich zu erkennen.

Die am stärksten vertretene Partei unter den Befragten war klar die in der bereits letzten Legislaturperiode regierende „SPD“. Die konkurrierende „CDU“ konnte hingegen keinen der Befragten überzeugen. Sonstige Parteien waren „DIE LINKE“, „Bündnis 90/Die Grünen“ und die „Piraten“.

Informiert haben sich die Wähler hauptsächlich über das Internet, Printmedien und Wahlplakate.

Auch der „Wahl-O-Mat“ hat bezüglich der Entscheidung für eine bestimmte Partei eine Rolle gespielt. Die Frage „Wie wichtig ist Ihnen das Wählen“ haben Viele mit „Wichtig, da es eine Pflicht des Bürgers ist, die Demokratie zu bewahren.“ beantwortet.

Zusammenfassend lässt sich also feststellen, dass wir trotz unserer nicht vorhandenen deutschen Staatsbürgerschaft den Wahltag mitverfolgen und die Funktionen der Öffentlichkeit ausüben konnten. Außerdem war es uns so möglich bereits eine kleine Statistik (bezüglich bestimmter Fragen) über die Wählerschaft zu erstellen und uns so ein Bild von den Wählern unseres Wahlkreises zu machen.

Wenn ich Politikerin wäre… ?

Ein Artikel von Vanessa 

Um diese Frage zu beantworten muss ich erstmal klären, ob ich Politikerin werden würde.
Wenn man in der Welt, und vielleicht auch erstmal kleiner in der eigenen Stadt, was verändern möchte,  kann Mitwirkung in der Politik genau das Richtige sein. Meiner Meinung nach ist Politik  eine sinnvolle Möglichkeit, in und auf die Gesellschaft Einfluss zu nehmen. Aber: Veränderungen passieren nicht von einem auf den anderen Tag, man braucht viel Zeit und Geduld. Auch bin ich mir bewusst, dass man „klein“ anfangen muss, um dahin zu kommen, wo viele bekannte Politier heutzutage sind. Aber auch die kleinen Veränderungen sind wichtig und ohne sie wäre das Leben nicht ganz so leicht.

Wenn ich Politikerin wäre, würde ich erstmal versuchen, mich zu orientieren und zu gucken, was es gibt, was umgesetzt werden soll und wo man dringend etwas verändern muss. Demnach würde ich sehen, welche aktuell führende Partei es gibt, welche Opposition vorhanden ist und was für Gemeinsamkeiten vielleicht auch bestehen.

Danach, oder besser noch davor, würde ich mir genau überlegen, wo meine Interessen liegen und welche ich von den Bürgern vertreten kann und möchte. Als Politiker versucht man, glaube ich, immer möglichst viele Bürger anzusprechen und somit auch ihre Interessen zu vertreten.

Mein Augenmerk würde erstmal auf das Bildungssystem legen. In Hamburg kann, in meinen Augen, in einigen Bereichen etwas geändert werden, aber ein großes Streitthema ist und bleibt Schule. Da ich selber noch Schülerin bin, ist es klar, dass ich auf dieses Thema eine andere Sicht habe. Spontan fällt mir hierzu die Finanzierung der Schulen ein. Als Schüler hat man ein bisschen das Gefühl, dass es Schulen gibt, die komischerweise eine ziemlich gute Ausstattung haben, dass es dann wiederum welche gibt, die jeden Euro fünfmal umdrehen müssen. Eine gleichmäßige Finanzierung der Schulen wäre eine erste Maßnahme für mich. Auch wäre es gut, wenn alle Schulen genug Lernstoff und Materialien haben, damit die Schüler vernünftig lernen können. Oder findet jemand Schokokrümel oder durchtränkte Seiten schön? Richtig keiner!

Ein weiteres Beispiel: Gemeinsames Lernen von Menschen mit und ohne Behinderung… aber beides nur 2 Themen von vielen…

Als Politiker kann man zwar was verändern, doch es steht auch eine enorme Verantwortung dahinter. Man muss sich mit vielen Meinungen auseinandersetzen, Kompromisse schließen und trifft oft genug Entscheidungen, die wichtige Sachen verändern und vielleicht auch nicht immer für alle positiv ausgehen. Und alles in allem ist dieses im Moment nichts für mich.